
In Brandenburg an der Havel hat Layane Barge eine über 300 Quadratmetern große, auf Wachstum ausgerichtete Zahnarztpraxis geschaffen. Mit Rundum-Unterstützung von Plandent ist innerhalb von nur einem Jahr eine moderne, zweigeschossige Zahnarztpraxis mit sieben Behandlungszimmern entstanden. Wie Planung und Gestaltung der neuen Praxis abgelaufen sind, welche Herausforderungen es auf dem Weg gab und wie es die junge Zahnärztin und Mutter schafft, beide Lebenswelten zu vereinbaren, darüber spricht die gebürtige Brasilianerin im Interview.
Frau Barge, Sie haben in beeindruckend kurzer Zeit eine große, moderne Mehrbehandlerpraxis aufgebaut. Wie hat denn alles begonnen: Wie sind Sie zur eigenen Praxis gekommen?
Ich bin in Brasilien aufgewachsen und habe dort Zahnmedizin studiert. Vor acht Jahren bin ich nach Deutschland gekommen und habe – nach dem Sprachkurs, der Fachspracheprüfung und der Approbation – fünf Jahre als angestellte Zahnärztin gearbeitet. Das war eine gute Zeit, aber mir wurde irgendwann klar, dass ich eigene Vorstellungen von moderner Zahnmedizin habe – fachlich wie organisatorisch. Besonders wichtig sind mir ein Team auf Augenhöhe und ein Umfeld, in dem hochwertige Behandlungskonzepte möglich sind. Außerdem hatte ich bereits eine sehr genaue Vorstellung davon, wie meine Praxis funktionieren sollte.
Als sich dann die Chance bot, eine Praxis zu übernehmen, habe ich sie genutzt – allerdings mit dem Wissen, dass die Räume langfristig nicht die richtigen sind. Also war klar: Ich übernehme Team und Patienten, aber ich gründe komplett neu.
Wie ging es dann weiter?
Mein Wunsch war eine größere, zeitgemäße Praxis. Als Standort habe ich mich für Brandenburg an der Havel entschieden. Hier hat sich eine räumliche Chance geboten, zwei Flächen anzumieten, die perfekt geeignet waren, um meine Vorstellungen umzusetzen – und das in einer Premiumlage.
Ute Niedner, Dental-Betriebswirtin und Gründungscoach bei Plandent, hat mich bestens in der Standortbewertung unterstützt. Bereits zuvor hatte sie mich auf meinem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt. Gemeinsam mit Plandent-Praxisplanerin Kosima Bühring haben wir die Räume besichtigt und uns allen war klar: Das ist es! Zusammen mit Plandent ging es an die Planung, Gestaltung und Umsetzung – und nach nur einem Jahr habe ich meine eigene Praxis eröffnet!
Was war Ihnen besonders wichtig an Ihrer neuen Praxis?
Durch meine Berufserfahrung wusste ich sehr genau, was ich wollte. Eine Praxis, in der moderne Diagnostik und Behandlung reibungslos funktionieren, die Wege kurz sind und jeder Raum sinnvoll genutzt wird. Eine Praxis, die nach unserem Workflow aufgebaut ist. Um Patienten nicht unnötig durch die Praxis zu schicken, haben wir so geplant, dass Diagnostik und Behandlung an einem Ort stattfinden.
Mit der Ausstattung, die ich nutzen wollte – hochwertige Diagnostik und moderne Geräte –, wäre eine Einzelpraxis wirtschaftlich kaum möglich gewesen. Außerdem wollte ich eine Praxis, in der sich die Spezialgebiete gegenseitig ergänzen: Endodontie bei mir, Implantologie beim Kollegen, Parodontologie bei einem anderen Behandler. So ist eine Mehrbehandlerpraxis mit sieben Behandlungszimmern entstanden. Die gesamte Behandlung spielt sich im Obergeschoss ab, während sich in der unteren Etage Empfang, Wartebereich und Sozialbereich befinden. Plandent hat mit der Grundriss- und Anschlussplanung meine Wünsche optimal realisiert.
Ihre neue Praxis wirkt sehr modern und bewusst gestaltet. Wie sind die Designideen entstanden?
Ich wollte keine typische Zahnarztpraxis erschaffen, sondern Räume, die sich nach Wellness anfühlen. Viele Patienten fragen beim ersten Besuch, ob sie hier in einem Hotel sind. Genau das war mein Ziel! Diese Wohlfühlatmosphäre haben wir erzielt, indem wir uns hauptsächlich an natürlichen Farbtönen bedient haben, die auch im Wald bzw. in der Natur zu finden sind.
Die schwedischen Designertapeten sind unsere besonderen Highlights, die zusammen mit dem warmen Vinylboden eine fast wohnliche Atmosphäre kreieren.
Das Beleuchtungskonzept war mir ebenfalls sehr wichtig. Wir wollten keine kalten OP-Lampen, die unsere Patienten blenden. Stattdessen gibt es dimmbare Leuchten, die sowohl ergonomisch als auch atmosphärisch funktionieren. Die Prophylaxe arbeitet häufig in gedämpftem Licht – das erzeugt eine entspannende Atmosphäre. Die organisch geformten Glas-Designerleuchten im Treppenhaus setzen besonders stylische Akzente.
Auch Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit waren mir wichtig. Zudem bieten wir über einen separaten Eingang den Weg in die erste Etage per Fahrstuhl. Der Weg ist für Patienten nutzbar, die nicht so gut zu Fuß unterwegs sind. Die gesamte Praxis sollte ästhetisch und gleichzeitig sehr funktional sein, was zusammen mit Plandent optimal gelungen ist. Ich bin sehr glücklich über das sehr gut durchdachte Gesamtkonzept.

Wie verlief denn die Zusammenarbeit mit Plandent in der Planungsphase?
Sehr gut, wir waren einfach auf der gleichen Wellenlänge! Wir haben sehr eng zusammengearbeitet, uns viel ausgetauscht und sind zusammen zur perfekten Lösung gekommen. Für das Praxisdesign habe ich im Internet Gestaltungsideen gesammelt und Planerin Frau Bühring hat daraus ein Moodboard erstellt. Gemeinsam haben wir uns vorgearbeitet und aus meinen Vorstellungen und der Expertise des Planungsteams ein tragfähiges Designkonzept entwickelt.
Zudem hatte ich von Beginn an Unterstützung von Frau Niedner: Sie war bei jedem Schritt dabei – von Finanzierungsfragen über den Wirtschaftsplan bis hin zu sehr praktischen Dingen wie Antragsunterlagen oder technischen Anforderungen. Wir haben beinahe täglich telefoniert und ich war sehr froh, einen versierten Guide durch den Dschungel der organisatorischen Aufgaben an meiner Seite zu haben.
In der Bauphase hatten wir regelmäßige gemeinsame Baubesprechungen. Diese Treffen waren äußerst hilfreich. Die Plandent-Techniker waren auch immer dabei, sodass sie optimal auf die finale Installation vorbereitet waren. Besonders beeindruckt hat mich, wie präzise technisch geplant wurde – Frau Bühring und Frau Niedner hatten alle Maße einfach im Kopf. Als ich später ein Mikroskop nachrüsten wollte, hieß es nach dem Vermessen: „Alles passt, bis auf den Zentimeter genau.“ Das zeigt, wie sauber die Vorarbeit war. So ein Projekt würde ich jederzeit wieder mit Plandent angehen.
Sie haben die Praxis während Ihrer Elternzeit geplant, als Sie gerade Ihr erstes Kind bekommen haben. Wie haben Sie das organisatorisch gemeistert?
Das war intensiv. Ich hatte acht Monate Elternzeit und habe diese komplett für die Gründung genutzt. Meine Tochter war als Baby mit auf der Baustelle – Frau Niedner kennt sie seit Tag eins! Ohne die Unterstützung meines Mannes und der Familie wäre das nicht möglich gewesen. Mein Mann ist beruflich flexibel und übernimmt viel, wenn unsere Tochter krank ist oder spontan Betreuung braucht. Denn wenn ich als Hauptbehandlerin ausfiele, würde sofort die gesamte Praxis brachliegen.
Welche Herausforderungen waren die größten auf dem Weg zur Eröffnung?
Davon gab es viele ... Finanzierung, Businessplan, Brandschutz, Bauanträge, Fristen – und immer wieder Überraschungen beim Umbau. Unsere Handwerker haben auf den letzten Metern unter Hochdruck gearbeitet: Eine Woche vor Start waren nicht mal alle Wände gestrichen – und trotzdem haben wir pünktlich eröffnet.
Hätten wir die Praxis nicht pünktlich eröffnet, hätten unsere Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz nicht aufnehmen können. Diese Verantwortung spüre ich täglich, aber sie motiviert auch. Es ist eine andere Art von Motivation, wenn es deine eigene Idee ist, dein Traum.
Wie haben Sie es geschafft, trotz der Anstrengungen nicht aufzugeben?
Sobald Mietvertrag, Kaufvertrag und Finanzierung unterschrieben waren, gab es für mich kein Zurück mehr. Gerade zum Schluss kommt alles gleichzeitig – aber es ist machbar. Irgendwann habe ich gemerkt: Es gibt kein Problem, das wir nicht innerhalb von zwei Wochen gelöst bekommen. Mit dieser Einstellung immer weiterzumachen, funktioniert für mich erstaunlich gut.
Wie haben Sie die erste Zeit in der neuen Praxis erlebt?
Es war ein unglaubliches Gefühl. Ich habe jeden Morgen gedacht: „Wie großartig ist es bitte, hier arbeiten zu dürfen?“ Dieses Gefühl habe ich immer noch. Die Mitarbeiterinnen, die aus der alten Praxis mitgekommen sind, freuen sich riesig über die moderne Ausstattung und neue Kollegen kommen gerne dazu, weil sie in dieser Praxis hochwertige Zahnmedizin anbieten können.
Auch die Resonanz der Patienten war überwältigend. Wir haben 9.800 Bestandspatienten übernommen und waren nach kurzer Zeit schon bei etwa 13.000. Neulich hatten wir 80 Online-Neuanmeldungen an einem Tag. Wir mussten teilweise die Tür schließen, weil so viele Menschen spontan hereinkamen.

Moderne Ausstattung für eine eine Zahnmedizin auf neuestem Niveau
Was bedeutet das schnelle Wachstum für Sie persönlich?
Es ist sehr anstrengend. Man wird plötzlich zur Personalabteilung, führt drei bis vier Vorstellungsgespräche pro Woche, schreibt Dienstpläne, führt Teams und hat so viele zusätzliche Bürostunden. Das ist eine völlig neue Welt. Und doch ist es für mich so unglaublich erfüllend: Ich habe etwas Eigenes geschaffen und baue mir etwas für die Zukunft auf.
Wir sind so schnell gewachsen, dass wir in nicht einmal einem halben Jahr von sechs auf knapp 25 Mitarbeitende angewachsen sind und so an unsere Kapazitätsgrenzen der Patientenversorgung stoßen. In allen Abteilungen sind wir nun bestens besetzt und haben, aufgrund der räumlichen Begrenzung, keine weiteren Möglichkeiten, noch mehr Personal einzustellen. Unser Team arbeitet in klaren Strukturen mit Teamleitungen, regelmäßigen Meetings und definierten Verantwortlichkeiten. Das ist bei dieser Größe nötig.
Was würden Sie Zahnärzt*innen mitgeben, die selbst über Gründung oder Praxisumbau nachdenken?
Erstens: Einfach anfangen! Wer versucht, alles zu 100 Prozent zu durchdenken, baut nie. Meilensteine setzen und loslegen.
Zweitens: Vertrauenswürdige Partner suchen. Man kann nicht alles allein entscheiden oder koordinieren. Die enge Zusammenarbeit mit Planung, Technik und Bauleitung war Gold wert. Und es war eine enorme Erleichterung, dass viele Abstimmungen – ohne meine Präsenz – direkt zwischen den Profis liefen.
Drittens: Kraft einplanen. Eine Gründung ist aufregend, erfüllend und wunderschön – aber auch anstrengend. Wachstum fordert Organisation, Führung und den Mut, immer wieder langfristige Entscheidungen zu treffen.
Viertens: Die Bürozeiten nicht unterschätzen! Zu langen Behandlungszeiten kommt zusätzlich viel Arbeit im Büro hinzu. Ich kann nur dazu raten, diese Zeiten am besten von Anfang an im Kalender miteinzuplanen.
Fünftens: Das Ziel im Blick behalten. Wenn man weiß, wofür man das alles macht, trägt einen das durch jede Phase. Für mich war das die Vision einer Praxis, in der modernste Zahnmedizin, ein gutes Teamklima mit viel Spaß und eine Wohlfühlatmosphäre selbstverständlich sind. Ich habe meinen Traum verwirklicht und kann jetzt so behandeln, wie ich mir das vorstelle – das ist für mich echte Freiheit.
Und sechstens: Dranbleiben. Es wird nie alles perfekt laufen, aber man wächst mit jeder Herausforderung. Augen zu und durch – es lohnt sich: Sich selbst zu verwirklichen und beruflich erfüllt zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl. Ich bin sehr glücklich und es gibt mir so viel zurück.
Vielen Dank für das Gespräch!
Text: Maria Reitzki
Bilder: Zahnpraxis Barge/Holger Schlimm