11.03.2026

Wohlfühlatmosphäre, optimaler Workflow und ein ganzheitliches Konzept

Interview: Wie ein Zahnarzt in Telgte drei Mieteinheiten zu einem Zentrum für alle zahnmedizinischen Leistungen vereint - auf 392 m² mit offenem Raumkonzept und abgestimmten Arbeitsabläufen überzeugt

Nach zehn Jahren am alten Standort hat sich Dr. Gerrit von Glaßer, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, dazu entschlossen, seine Praxis in Glandorf zu verkaufen und in Telgte eine neue, hochmoderne Praxis aufzubauen. Mit der Unterstützung von Plandent entstand auf 392 m2 ein modernes Zahnzentrum, das sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugt. Im Interview berichtet Dr. von Glaßer über seine Beweggründe, die Planung und die Erfahrungen mit dem Umbau zur Zahnarztpraxis.

Herr Dr. von Glaßer, Sie haben sich für den Neubau Ihrer Praxis in einer anderen Stadt entschieden. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Die alte Praxis in Glandorf war schlicht zu klein. Wir hatten über Jahre hinweg steigenden Patientenandrang, konnten aber auf keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten zurückgreifen. Für mich war es daher irgendwann klar: Ich wollte nicht nur ein bisschen umbauen, sondern etwas schaffen, das die nächsten Jahrzehnte Bestand hat - und das in räumlicher, technischer und gestalterischer Hinsicht. Deshalb habe ich die alte Praxis verkauft und in Telgte, einem lebendigen Wallfahrtsstädtchen, einen kompletten Neustart gewagt. Der Schritt war groß: neue, noch umzubauende Räume, neues Team, neue Technik - aber damit war auch die Chance verbunden, alles von Grund auf so zu gestalten, wie ich es mir für eine moderne Zahnarztpraxis vorstelle.

Wie kam der Kontakt zu Plandent zustande und welche Rolle spielte Ihr Fachberater?

Ich hatte bereits meine erste Praxis mit einem externen Unternehmen geplant und dabei Herrn Stenzel kennengelernt. Für mich stand fest, dass ich auch diesmal wieder ihn an meiner Seite haben wollte. Über ihn entstand die enge Zusammenarbeit mit Plandent. Besonders hervorheben möchte ich Frau Düpmann als Innenarchitektin. Sie hat mit viel Gespür für Design und die alltäglichen Praxisabläufe das Projekt begleitet. Die Zusammenarbeit war geprägt von einem offenen, gegenseitigen Austausch. Ich brachte meine Vorstellungen ein, Frau Düpmann ergänzte sie mit professionellen Ideen. Viele Details, an die ich zunächst gar nicht gedacht hatte, haben sich so entwickelt, angefangen beim Materialkonzept bis hin zur Zonierung der Praxis.

Welche Anforderungen und besonderen Wünsche hatten Sie an die neue Praxis?

Mein Ziel war es, alle Bereiche der Zahnmedizin unter einem Dach zu vereinen – von der Prophylaxe über Kinderzahnheilkunde und Kieferorthopädie bis hin zur Oralchirurgie und komplexen Implantatbehandlungen. Wichtig war mir ein offenes Raumkonzept mit großzügigen Fluren und dezentralen Wartezonen, um Patientenströme zu entzerren. Statt klassischer Wartezimmer gibt es nun verschiedene Sitznischen in den Fluren, die fast an ein Hotel erinnern und für eine entspannte Atmosphäre sorgen. Diese Gestaltung hat den sehr positiven Effekt, dass Patienten nicht das Gefühl gewinnen, anonym wie in einer Warteschlange zu warten, sondern individuell und in einem angenehmeren Rahmen aufgenommen zu werden. Ergänzt wird das Ganze durch eine hochwertige Praxiseinrichtung, moderne Praxismöbel und individuell gestaltete Behandlungszimmer für mehrere Ärzte*innen.

Sitznischen im Zahnzentrum Telgte

Dezentrale Sitznischen als moderne Wartebereiche

Gab es besondere architektonische Herausforderungen bei der Planung?

Ja, die Praxis entstand aus drei separaten, bereits im Rohbau befindlichen Mieteinheiten, die wir in ihrer ursprünglichen Form nicht nutzen konnten. Die Herausforderung bestand darin, diese Flächen miteinander zu verbinden und den sehr langgestreckten Grundriss sinnvoll zu organisieren. Einige massive Trennwände mussten zurückgebaut und statisch geprüft werden, damit Durchgänge entstehen konnten. Der Empfang wurde bewusst zentral angeordnet, von dort aus teilt sich die Praxis in zwei Trakte. Links befindet sich KFO und Prophylaxe, rechts der zahnärztliche Bereich mit Eingriffsraum. Auch der Sterilisationsraum liegt mittig, um Laufwege kurz zu halten. Besonders wichtig war es, dass trotz der entstandenen Größe eine klare Orientierung gegeben ist. Die Patienten sollen sich intuitiv zurechtfinden und die Mitarbeiter kurze Wege haben. Aufbauend auf dem erarbeiteten Konzept kam es auf die enge Zusammenarbeit zwischen Plandent, Architekturbüro, Fachplanern und Statiker an. Diese Schnittstellenkoordination machte das Projekt besonders komplex, aber auch besonders spannend. Die Räume sind mit hochmodernen Zahnarztgeräten ausgestattet.

Welche Rolle spielten verwendete Materialien, Nachhaltigkeit und Design?

Langlebigkeit war mir sehr wichtig. Wir haben Massivholzoberflächen gewählt, die individuell vom Tischler gefertigt wurden. Statt Standardböden habe ich mich für einen hochwertigen Terrazzoboden entschieden. Auch Details wie eingelassene Waschbecken, Sitznischen mit Polstern oder Türen mit Schattenfugen verleihen der Praxis eine besondere Wertigkeit. Im Behandlungsbereich wurden Glastrennwände mit eingehängten, schwebenden Sideboards eingesetzt. Diese schaffen Offenheit ohne den Sichtschutz zu vernachlässigen. Die Kombination aus Langlebigkeit und Design schafft eine moderne Ästhetik und eine Atmosphäre, die sowohl Patienten als auch Mitarbeiter als besonders angenehm empfinden. Vor allem für das Mitarbeiterteam ist das von großer Bedeutung, da es einen wesentlichen Teil des Tages in diesen Räumen verbringt.

Schwebende Holzschränke im Zahnzentrum Telgte

Schwebende Holzschränke als präzise, ruhige Stauraumlösung

Wie wurde das Thema Licht und Atmosphäre umgesetzt?

Ein professionelles Lichtkonzept war von zentraler Bedeutung. Die Flure sind bewusst wärmer beleuchtet, um eine wohnliche, fast hotelartige Wohlfühlstimmung zu erzeugen. In den Behandlungsräumen setzen wir dagegen auf neutraleres, kühleres Licht, um eine präzise Farbbestimmung zu ermöglichen. Auch kleine Überraschungseffekte gehören dazu, Nebenräume wie das WC oder der Röntgenraum sind in pastelligen Farben wie Rosé, Violett und Grün oder Grün gestaltet. Dies sind vermeintlich kleine Details, die Patienten aber positiv überraschen und in Erinnerung bleiben. Dadurch erhält die Praxis ihren unverwechselbaren Charakter. Solche Akzente tragen dazu bei, dass sich Menschen wohler fühlen. Eine wichtige Voraussetzung, gerade wenn man es mit Zahnarztangst zu tun hat. Die Praxisgestaltung nimmt den klassischen „medizinischen Ernst“ ein Stück weit zurück und vermittelt stattdessen Leichtigkeit und Freundlichkeit. 

Flur im Zahnzentrum Telgte

Warmes Licht und sanfte Farbakzente sorgen für eine entspannte, einladende Atmosphäre

Wie verlief die Bau- und Umsetzungsphase?

Der Ausbau musste in mehreren Etappen erfolgen. Zuerst wurde ein Drittel fertiggestellt, damit der Betrieb aufgenommen werden konnte. Anschließend folgte der Eingriffsraum, und zum Schluss wurde der gesamte Personaltrakt realisiert, während der Praxisbetrieb bereits in vollem Gange war. Von Anfang an war eine präzise Planung der Leitungen entscheidend, damit die späteren Bauabschnitte problemlos angeschlossen werden konnten. Plandent lieferte hierfür exakte Anschlusspläne für alle dentalspezifischen Geräte und arbeite eng mit den involvierten Architekten und den anderen Gewerken zusammen. Das Projekt war dadurch besonders anspruchsvoll, denn jeder Bauabschnitt musste so vorbereitet werden, dass er sich nahtlos in das Gesamtkonzept einfügte. Dieses „Bauen im laufenden Betrieb“ stellte eine zusätzliche Herausforderung dar, die nur durch die gute Koordination aller Beteiligten durch Herrn Gehrmann als Projektbetreuer gemeistert werden konnte.

Welche Technik und Geräte kommen bei Ihnen zum Einsatz?

Die Praxis ist komplett digitalisiert – von der Patientenakte über Hygieneprozesse bis hin zur digitalen Fertigung. Dazu gehört auch digitales Röntgen mit modernster Planmeca-Röntgentechnik, CAD/CAM-Zahntechnik, Trios-Scanner, Laborfräse, 3D-Drucker und Mikroskop. Besonders schätze ich das Planmeca Viso DVT: Die Bildqualität und die KI-gestützten Module erleichtern Diagnostik und Implantatplanung erheblich. Ein klarer Vorteil der Zusammenarbeit mit Plandent zeigte sich in der engen Verbindung zum Mutterhaus Planmeca, einem führenden Hersteller für Röntgengeräte und digitale Zahntechnik. Dadurch erhalten wir Hardware wie Röntgengeräte oder CAD/CAM-Systeme, und die Planung aus einer Hand. Damit haben wir einen Partner, der nicht nur die bauliche, gestalterische Seite versteht, sondern auch die technologische Zukunft mitgestaltet.

Röntgen im Zahnzentrum Telgte

Das Planmeca Viso liefert präzise 3D-Bildgebung für sichere Diagnostik und Planung

Welche Auswirkungen spüren Sie im Praxisalltag?

Die Abläufe sind heute deutlich effizienter. Materialien können durch doppelseitige Schranklösungen nachgefüllt werden, ohne Behandlungen zu unterbrechen bzw. zu stören. Der zentral gelegene Sterilisationsraum verkürzt die Arbeitswege. Patienten erleben die Praxis als hell, modern und freundlich. Viele zeigen sich auch sehr positiv überrascht von der offenen Gestaltung und den dezentralen Wartezonen. Auch das Team profitiert; der hochwertige Personalbereich mit Küche, Aufenthaltsraum und Designer-Leuchten schafft eine angenehme Arbeitsatmosphäre und stärkt die Mitarbeiterbindung. Dass das Team einen eigenen Eingang und Rückzugsbereich hat, trägt enorm dazu bei, dass sie  alle wertgeschätzt fühlen. Gerade in Zeiten, in denen Fachkräfte schwer zu finden sind, ist das ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Welches persönliche Fazit können Sie ziehen?

In jeder Hinsicht können wir alle sagen, dass wir sehr zufrieden sind. Mit Plandent habe ich einen Partner gefunden, der meine Vorstellungen nicht nur umgesetzt, sondern durch kluge, sehr gute Ideen bereichert hat. Entstanden ist eine Praxis, die auf 392 m2, verteilt auf sieben Behandlungszimmer, plus Eingriffsraum, uns medizinisch alle Möglichkeiten bietet, architektonisch überzeugt und meinen Patienten eine Atmosphäre zum Wohlfühlen schafft. Von den sieben Zimmern sind zwei Kieferorthopädie, zwei Prophylaxe und drei zahnärztliche Behandlungszimmer. Besonders wichtig ist mir, dass diese Praxis nicht nur für mich, sondern auch für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Ort geworden ist, an dem man gerne arbeitet. Gemeinsam mit Plandent und Planmeca haben wir so eine Praxis für die Zukunft gebaut.

Text: Michael Schulte

Bilder: Dr. Gerrit von Glaßer/Roland Borgmann