20.02.2026

Hand in Hand zur zukunftsfähigen Praxis

Interview: Plandent-Praxisplanerin Kosima Bühring über Praxisdesign, Teamwork und vorausschauende Planung

In Brandenburg an der Havel hat Layane Barge ihre eigene Praxis eröffnet: Auf zwei Etagen und einer Fläche von 330 qm bietet die junge Zahnärztin zahnärztliche Versorgung für eine große Region. Mithilfe von Plandent ist in nur einjähriger Planungs- und Bauzeit eine großzügige und moderne Praxis entstanden. Kosima Bühring, Praxisplanerin bei Plandent in Berlin, spricht über Highlights und Herausforderungen dieses Großprojekts.

Frau Bühring, 330 qm auf zwei Etagen – das klingt nach einem ungewöhnlich großen Praxisprojekt! Zu welchem Zeitpunkt sind Sie in das Projekt eingestiegen?

Die Immobilie hatte unsere Kundin selbstständig aufgetan – ich kam hinzu, als es darum ging, die Räumlichkeiten auf ihre Eignung als Praxis zu prüfen. Wir waren direkt begeistert von den Räumen, sodass sich die Zahnärztin kurzum für dieses Objekt entschieden hat. Zuvor befand sich eine Versicherung auf der Fläche. Somit war eine Kernsanierung nötig, um die ehemaligen Büroräume in eine zeitgemäße Zahnarztpraxis zu verwandeln.

Das hört sich sehr aufwändig an! Was waren Ihre Aufgaben in dem Projekt?

Das stimmt! Es war wirklich ein sehr umfangreiches Projekt: Wir haben neue Durchbrüche geschaffen und sogar Kernbohrungen waren nötig. Zu meinen Planungsleistungen zählte es, das Gesamtkonzept und einen sinnvollen Grundriss zu entwickeln sowie mich mit der Innenarchitektur zu befassen, sprich Design, Lichtkonzept und Möblierung zu planen. Auch die dentale Anschlussplanung gehörte zu meinen Tätigkeiten, damit die Techniker am Schluss die Geräte reibungslos installieren und montieren können. Auch die aktuellen Brandschutzanforderungen mussten in unseren Plänen berücksichtigt und erfüllt werden. Das Highlight ist aus meiner Sicht die interne Treppe, die wir eingebaut haben.

Verbindungstreppe in der Praxis Barge

Die zentrale Treppe verbindet die zuvor getrennten Etagen und wird zum gestalterischen Herzstück der Praxis Barge

Was ist das Besondere an dieser Treppe?

Die Praxis erstreckt sich über zwei Etagen: Im Erdgeschoss befinden sich der Empfang, der Wartebereich, Personalräume, ein WC und das Backoffice. Im flächenmäßig größeren ersten Obergeschoss findet die Behandlung statt, wofür wir sieben Behandlungszimmer eingerichtet haben. Außerdem liegen oben der Kurzwartebereich, das Praxislabor, Büros für die Ärzte, ein weiteres WC und natürlich kommen hier Röntgen, Steri und die Technik unter.

Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss waren ursprünglich baulich getrennt. Die Etagen waren nur über das Treppenhaus sowie den Aufzug des Gebäudes zu erreichen. Mit der neuen internen Treppe haben wir die beiden Geschosse miteinander verbunden, sodass die Patienten innerhalb der Praxis vom Empfang im Erdgeschoss zur Behandlung in die erste Etage gelangen. Dieses verbindende Element ist für mich das Herzstück der Praxis.

Insgesamt ist das Praxisdesign mit seinen natürlichen Farbtönen und seinen geschwungenen Formen ein echter Hingucker! Wer hatte die Idee zu diesem außergewöhnlichen Interieur?

Das Praxisdesign haben die Kundin und ich gemeinsam entwickelt: Ich habe mich sehr gefreut, dass die Ärztin so designorientiert ist. Sie wollte ihre Praxis nicht nur funktional einrichten, sondern auch eine Wohlfühlatmosphäre für alle Beteiligten schaffen. So hat sie sich zum Beispiel viele Gedanken um das WC für die Patienten gemacht: Wickeltisch, Beleuchtung, Wahl der Farben – das war ihr enorm wichtig. Das Umsorgen ihrer Patienten ist ihr sehr wichtig – und um die Ausstattung für ihr Team hat sie sich genauso viele Gedanken gemacht. Das Wohlbefinden des Personals soll nicht nur durch eine angenehme Arbeitsatmosphäre, sondern auch durch eine gute Ausstattung gefördert werden. Diese Einstellung hat mir richtig gut gefallen!

Wie haben Sie das Design dann zusammen erarbeitet?

Unsere Zusammenarbeit war richtig schön: Frau Barge hat selbst sehr viele Designinspirationen gesammelt und Vorschläge gemacht. Daraus habe ich ein Moodboard erstellt, aus dem sich schnell die Stilrichtung für die Praxis herauskristallisierte: Sand- und Cremetöne sind vorherrschend, in Kombination mit weichen, organischen Formen. Als Kontrast kamen schwarze und weiße Elemente hinzu – beispielsweise eine schwarzweiße Tapete im Hauptbehandlungszimmer. Cognac und Moosgrün sind weitere Ergänzungsfarben, die Natürlichkeit reinbringen.

Auch Bodenbeläge und Möbelbeispiele haben wir uns gemeinsam angeschaut: Dafür sind wir zusammen ins Studio gefahren und haben vor Ort geprüft, welche Oberflächen geeignet und welche zu empfindlich sind. Raum11, unser langjähriger Partner für individuelle Möbelsysteme, hat den Tresen, die Wartebereiche und die komplette dentale Möblierung nach meinen Plänen gefertigt. Plandent hat seit vielen Jahren ein breitgefächertes, verlässliches Partnernetzwerk, von dem unsere Kundschaft profitieren kann.

Wartebereich in der Praxis Barge

Cognac und Moosgrün ergänzen die hellen Sand- und Cremetöne und bringen natürliche Akzente ins Praxisdesign

Haben Sie mit weiteren Partnern von Plandent zusammengearbeitet, die maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen haben?

Layane Barge hat sehr viel Wert auf das Thema Beleuchtung gelegt, was bei Lichthalle Objekt, einem weiteren Partnerbetrieb aus unserem Netzwerk, in den besten Händen war: Die Experten für Beleuchtungstechnik haben immer äußerst flexibel auf die Wünsche der Kundin reagiert, sodass wir gemeinsam stets die besten Lösungen für das Objekt gefunden haben.

Lichttechnisch hat sich die Ärztin auch Gedanken um die Wirkung von außen gemacht. Daraufhin hat Lichthalle Objekt das so genannte Nightface geplant: Das Bauteil mit spezieller Nachtbeleuchtung leuchtet bei Dunkelheit dezent nach außen. So weist die Beleuchtung auch auf die Praxis hin, wenn sie geschlossen ist – das wirkt richtig toll!

Das klingt alles richtig gut. Gab es auch besondere Herausforderungen auf dem Weg zur Traumpraxis?

Mehr als genug – und wir konnten sie alle lösen! Zum Beispiel ist recht spät, als die Bauphase eigentlich schon abgeschlossen war, Schimmel auf einer Wand im Personal-WC aufgetaucht. Das Schimmelproblem musste dann zunächst behoben werden, sodass der Raum erst nachträglich gefliest und fertiggestellt werden konnte.

Eine weitere Überraschung war eine Trennwand zur Nachbarfläche, die den Brandschutzauflagen nicht genügte, da sie bei Errichtung des Gebäudes bereits zu schmal erbaut wurde. Die Wand haben wir aufgedoppelt und extra verkleidet.

Da wir für die Realisierung der Behandlungszimmer Kernbohrungen durchführen mussten, hat eine im Haus ansässige Krankenkasse extra für etwa zwei Wochen ihre Geschäftsstelle geschlossen. In diesem knappen Zeitfenster musste alles fertiggestellt werden ...

Außerdem stießen wir in der Decke im Obergeschoss auf viele Altinstallationen, was sehr herausfordernd für die Klimabauer und Lichttechniker war. Im Endeffekt haben sie die Neuinstallationen einfach um die bestehende Technik verlegt.

Heute ist von alldem keine Spur mehr zu sehen – es ist alles richtig schön geworden!

Behandlungsraum in der Praxis Barge

Wie haben Sie es geschafft, das Projekt trotz so mancher Herausforderung mit einem so gelungenen Ergebnis abzuschließen?

Das habe ich ja nicht alles allein vollbracht! So ein Praxisprojekt entsteht immer in Teamwork – es sind ganz viele Köpfe und Hände beteiligt, zum Beispiel unsere Plandent Techniker und Projektbetreuer. Mit guter Kommunikation und lösungsorientiertem Denken haben wir alle Stolpersteine immer gemeinsam aus dem Weg geräumt.

Vor allem meine Kollegin Ute Niedner, Fachberaterin bei Plandent, hat die Ärztin in dem Jahr intensiv begleitet. Insbesondere während der akuten Bauphase bestand quasi eine Standleitung zwischen den beiden. Auch nach der „heißen Phase“ ist sie jederzeit als Ansprechpartnerin für die Praxis erreichbar. Diese Rundum-Betreuung macht eine wirklich vertrauensvolle und langfristige Kundenbeziehung aus.

Worin bestand denn die intensive Betreuung durch Ihre Kollegin Frau Niedner?

Ute Niedner ist nicht nur als dentale Fachberaterin, sondern – durch ihre Zusatzqualifikation als Dental-Betriebswirtin – auch als Existenzgründungscoach bei Plandent tätig. Somit bringt sie das nötige Verständnis für sämtliche Zahlen und Finanzen rund um eine Praxisgründung mit. Sie hat unserer Gründerin die richtigen Fragen stellen können, um ihr alles Nötige für einen gelungenen Start in die Selbstständigkeit mitzugeben, aber auch eine langfristige Zukunftsperspektive zu erarbeiten.

Meine Kollegin ist zeitgleich mit mir ins Projekt eingestiegen und hat mit Frau Barge zunächst eine Machbarkeitsstudie durchgeführt sowie einen Investitionsplan aufgestellt. In welche Richtung soll sich die Praxis in den nächsten 20 Jahren bewegen? Wo steht die Kundin gerade und was fehlt ihr noch für eine erfolgreiche Gründung? In ihrer Beratung kümmert sich Ute Niedner um persönliche Softskills, aber auch um die harten Fakten. Ganz konkret hat sie Frau Barge eine individuelle Guideline entwickelt: eine Art Checkliste, die alle wichtigen To do’s von Rechtsanwalt über Steuerberater bis hin zu Banken umfasst. Frau Barge ist mit der Gründung zur Chefin geworden – das erfordert beispielsweise Skills in der Personalauswahl und -führung. Abstimmungen mit dem Vermieter, Finanzierungsgespräche, Klärungen mit Ämtern – dieses und noch viel mehr gehörte zur Rundum-Betreuung von Frau Niedner.

Wichtig ist uns immer, dass die Planung individuell zur Kundin passt – schließlich ist sie es, die für die nächsten Jahrzehnte in der Praxis arbeiten wird.

Gibt es etwas, das Sie bei diesem Projekt besonders beeindruckt hat?

Ja, und zwar die Ärztin selbst: Ich bewundere Layane Barge für ihren unermüdlichen Einsatz! Bereits in ihrem jungen Alter ist sie ein Praxisprojekt in dieser Größenordnung angegangen, dabei ist sie erst seit wenigen Jahren in Deutschland zu Hause. Zuvor hat die gebürtige Brasilianerin Zahnmedizin in ihrer Heimat studiert und wurde dort top-ausgebildet. In Deutschland hat sie zunächst angestellt gearbeitet, dann eine Praxis übernommen und jetzt ihre eigene Praxis gegründet. Gleichzeitig hat sie auch ihr erstes Kind bekommen. Ohne den Rückhalt und die Flexibilität ihres Ehemannes, der sie in vielen Belangen unterstützt, wäre so ein ambitioniertes Vorhaben vermutlich nicht möglich. Auch im Projektverlauf hat Frau Barge immer konsequent ihren Traum verfolgt – das ist außergewöhnlich!

Wie wird die Praxis in der Region aufgenommen?

Layane Barge ist zunächst als Einzelbehandlerin gestartet, wobei die Praxis aufgrund der Größe definitiv auf Wachstum ausgerichtet ist. Wir haben die Räume – auf Basis der Zukunftspläne der Gründerin – vorausschauend geplant: Neben weiteren Zahnärzten ist auch die Einstellung einer Dentalhygienikerin angedacht. Zwei der Zimmer könnten auch kieferorthopädisch genutzt werden, falls perspektivisch Unterstützung im KFO-Bereich hinzukommen sollte. Die Praxis Barge ist somit auch fachlich eine echte Bereicherung für die Region und wird dankend angenommen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Text: Maria Reitzki

Bilder: Plandent/Holger Schlimm