06.11.2026

Ergonomie an erster Stelle: „Endlich eine Praxis nach meinen Vorstellungen“

Interview mit Irina Gärtner

Nach zwei Praxisübernahmen war es für Irina Gärtner aus Heek-Nienborg im westlichen Münsterland endlich an der Zeit, erstmals eine Praxis ganz nach den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten. Dank der Unterstützung von Plandent wurde der Traum von der zukunftsgerichteten Zahnmedizin mit einem besonderen Blick für das Thema Ergonomie zur Realität. Seither begeistert die Praxis Patienten und Praxisteam gleichermaßen.

Frau Gärtner, Sie haben Anfang 2026 eine neue Praxis in Nienborg eröffnet. Was hat Sie dazu bewogen?

Irina Gärtner: Genau, wir haben mit der Planung des Umzugs in die neue Praxis Mitte 2025 begonnen, die Eröffnung folgte dann im Januar 2026. Ausschlaggebend war im Grunde die Situation in der alten Praxis. Diese hatte ich im Jahr 2010 übernommen, nachdem sie in dieser Form schon eine ganze Weile bestanden hatte. Das Gebäude, in dem sich die Praxis befand, war schon wirklich alt, und auch die Planung war hier nicht ganz ideal. Kleine Räume, ein altes, ziemlich kaltes Haus und insgesamt ein nicht mehr zeitgemäßes Ambiente waren also der Status quo. So langsam wäre es auf jeden Fall an der Zeit gewesen, hier in eine Renovierung zu investieren. Vor diesem Hintergrund erschien es mir dann jedoch sinnvoller, den Umzug in einen nahegelegenen Neubau in Angriff zu nehmen.

Zusätzlich betreiben Sie eine weitere Praxis, in der Sie ebenfalls behandeln. Hat das Ihre Überlegungen beeinflusst, etwa mit Blick auf eine mögliche Zusammenlegung?

Irina Gärtner: Die zweite Praxis habe ich auch bereits seit über 10 Jahren. Sie befindet sich rund 20 Kilometer von meiner neuen Praxis entfernt in einem Stadtteil von Ahaus. Aber dies hat bei meinem Umzugsvorhaben gar keine Rolle gespielt. Es stimmt zwar, dass ich in beiden Praxen behandle – unterstützt durch eine angestellte Zahnärztin, so dass wir uns die Zeiten an den beiden Standorten gut aufteilen können. Ansonsten sind die zwei Standorte aber klar voneinander getrennt. Wir haben es hier mit unterschiedlichen Patientenstämmen, Abrechnungsnummern et cetera zu tun. Daher stand auch eine Zusammenlegung nie zur Debatte. Interessant ist aber vielleicht noch Folgendes: Auch die Praxis in Ahaus habe ich übernommen, so dass ich bei der neuen Praxis in Nienborg nun zum ersten Mal bei der Planung selbst mitwirken konnte.

Sie haben das Projekt gemeinsam mit Plandent realisiert. Warum genau haben Sie sich für diesen Partner entschieden?

Irina Gärtner: Schon von Anfang an arbeite ich mit Plandent, damals noch als NWD bekannt. Seit der Übernahme meiner ersten Praxis im Jahr 2010 werden wir hier umfassend betreut. Von Medikamenten über Instrumente bis hin zur Wartung der technischen Geräte wird alles von Plandent übernommen. Da war es für mich selbstverständlich, dass auch die Planung und Einrichtung der neuen Praxis ein Fall für Plandent sind. Das war für mich sehr wichtig, denn als Zahnärztin arbeitet man zwar täglich in der Praxis, doch man denkt nicht unbedingt darüber nach, welche Verteilung der Räume am sinnvollsten ist. Allein schon bei diesem Punkt hat sich die Erfahrung unserer zuständigen Innenarchitektin Christiane Düpmann bezahlt gemacht. Man merkt einfach: Die Leute bei Plandent haben Erfahrung und wissen, worauf es ankommt. Gleichzeitig gab es immer ein offenes Ohr für meine Wünsche und Vorstellungen. Diese Möglichkeit, nach kompetenter Beratung entscheidend mitzubestimmen, war für mich nach zwei Praxisübernahmen nicht nur ein tolles Gefühl, sondern hat mir auch viele Vorteile gebracht.

Worauf haben Sie bei der Planung denn besonderen Wert gelegt und welche konkreten Vorteile haben sich daraus ergeben?

Irina Gärtner: Mir persönlich war das Thema Ergonomie besonders wichtig. Das hat auch einen konkreten Grund, der direkt mit der Übernahme meiner ersten Praxis zusammenhängt. Denn vor mir arbeitete dort ein Zahnarztkollege, der sehr groß war – über zwei Meter, um genau zu sein. Entsprechend war auch die Praxis in so mancher Hinsicht auf eine große Körpergröße ausgelegt. Die Arbeitsflächen beispielsweise waren höher als üblich. Für mich war das in ergonomischer Hinsicht eher ein Nachteil. Darüber hinaus waren die Räume selbst wie schon erwähnt ziemlich klein, was einem ergonomischen Arbeiten ebenfalls im Weg stand. Denn ein Arbeiten in 11- oder 12-Uhr-Position war aufgrund der Raumaufteilung gar nicht möglich. Zwischen dem Assistenztisch und dem Kopfende des Behandlungsstuhls war schlichtweg so wenig Platz, dass ich als Behandlerin dort nicht sitzen konnte. Umso wichtiger war es mir, derartige Hindernisse in der neuen Praxis gleich von Anfang an aus dem Weg zu räumen. Ich war froh, dass Plandent hier alle relevanten Faktoren im Blick hatte. Raumgröße, Abmessungen von Praxismöbeln und Behandlungseinheiten sowie ihre jeweiligen Positionen im Raum wurden so angepasst, dass ein rückenschonendes Arbeiten jederzeit möglich ist. Doch bei Behandlungsposition und -einheit hört das Thema Ergonomie nicht auf. Es gibt viele weitere Details, die Team und Patienten den Praxisalltag spürbar erleichtern.

Um welche Details handelt es sich dabei genau? Könnten Sie uns ein paar Beispiele für das ergonomische und auf Effizienz ausgelegte Design in Ihrer Praxis nennen?

Irina Gärtner: Da gibt es tatsächlich eine ganze Menge. Lassen Sie mich bei einem grundsätzlichen Punkt anfangen: dem Licht. Die Praxis setzt bewusst auf großzügige Fenster- und Glasflächen: Wartebereich und Beratung sind mit Glastrennwänden zum Flur hin geöffnet, die Behandlungsräume haben Glastüren. So gelangt viel Tageslicht in alle Bereiche, und die offene Gestaltung sorgt zugleich für bessere Sicht und mehr Übersichtlichkeit. Durchdachte Schranksysteme sorgen dafür, dass diese Übersichtlichkeit auch im hektischen Arbeitsalltag erhalten bleibt. So werden Spülbecher sowie Wisch- und Trockentücher in den Behandlungszimmern direkt aus integrierten Öffnungen in den Hängeschränken entnommen – stets griffbereit und ohne herumstehende Vorratspackungen. Diese Liste ließe sich über sensorgesteuerte Seifen- und Handdesinfektionsspender im Steri-Raum oder den in die Behandlungseinheit integrierten Endo-Motor noch weiter fortsetzen.

Vieles, was ergonomisch oder einfach praktisch ist, sieht darüber hinaus aber auch gut aus. Wo wird das Zusammenspiel von Design und Praxistauglichkeit für Sie besonders deutlich?

Irina Gärtner: Hier sind sicherlich unsere Sensor-Armaturen das Paradebeispiel. Sie lassen sich berührungslos steuern und verfügen über integrierte Seifen- und Desinfektionsspender, was sie praktisch und hygienisch macht. Gleichzeitig sind sie mit ihrer Edelstahloptik, dem matten Glas und der Beleuchtung ein echter Hingucker. Das geht sogar so weit, dass wir bereits von Patienten danach gefragt wurden, woher diese schönen Wasserhähne denn stammen (lacht).

Mit der Betonoptik im Empfangsbereich oder der Studioatmosphäre im Beratungszimmer gibt es in Ihrer Praxis noch viele weitere spannende Details zu entdecken. Welche davon kommen bei Ihrem Team und Ihren Patienten neben den erwähnten Armaturen besonders gut an?

Irina Gärtner: Natürlich ist es erst einmal das Gesamtbild, das einen positiven Eindruck hinterlässt. Wir bekommen von vielen Patienten sehr erfreuliches Feedback. Dass wir uns designtechnisch auf einem völlig neuen Niveau bewegen, wird schnell deutlich. Moderne Einrichtungsgegenstände und Geräte werden von den Patienten sofort wahrgenommen, das merkt man. Und die mit der neuen Praxis verbundene einladende und entspannte Atmosphäre ist offenbar auch Teil der regionalen Mundpropaganda geworden. Denn wir haben viele neue Patienten bekommen, die berichten, dass sie Gutes über unsere moderne Praxis gehört haben. Ein ganz konkreter Punkt dabei ist das Farbdesign. Ich habe mich hier bewusst für eine stimmige Zusammenstellung von Erd-, Sand-, Beige- und Grautönen entschieden. Manche Patienten fragen mich jetzt nach dem Kontakt unserer Innenarchitektin, weil sie unbedingt einen bestimmten Farbton herausfinden möchten (lacht).

Bei welchen Aspekten Ihrer Praxis kommen Sie denn selbst ins Schwärmen? Was sind Ihre persönlichen Highlights?

Irina Gärtner: Für mich stehen die Verbesserungen bei der Ergonomie an erster Stelle – endlich kann ich in einer Praxis arbeiten, in der meine individuellen Anforderungen und Bedürfnisse voll berücksichtigt sind! Direkt danach kommen für mich aber schon das Thema Organisation und ganz allgemein die angenehme Atmosphäre. Dass wir nun den Platz und die passende Systematik haben, um täglich gut sortiert und aufgeräumt arbeiten zu können, ist unglaublich viel wert. Gerade wenn ich sehe, wie viel angenehmer es dadurch auch für mein Team wird, freue ich mich besonders. Schließlich sind wir alle mit großen Erwartungen in die Umbauphase gestartet. Und wir wurden nicht enttäuscht! Wir arbeiten in einer helleren, wärmeren Praxis mit einer ganz anderen Atmosphäre. Wir haben keine Gas- oder Ölheizung mehr, sondern können vieles über Solarenergie stemmen. Unsere Klima- und Wärmeanlage sorgt dafür, dass wir weder mit Kälte noch mit medizinischen oder anderen störenden Gerüchen zu kämpfen haben – und wir müssen dafür noch nicht einmal die Fenster öffnen. Highlights finden sich also in den unterschiedlichsten Bereichen und ich kann mich wirklich auf jeden neuen Arbeitstag freuen.

Welches Fazit ziehen Sie nach den ersten Monaten in der neuen Praxis?

Irina Gärtner: Ich bereue es nicht (lacht). Ich hatte im Vorfeld natürlich viele schlaflose Nächte. Schließlich ist eine solche Neugestaltung inklusive Umzug kein kleines Projekt. Zudem fragt man sich, wie die Patienten auf eine solche Veränderung reagieren. Darüber hinaus beschäftigen einen auch die finanziellen Fragen, die mit einem solchen Neustart verbunden sind. Zum Beginn einer zahnärztlichen Karriere kann man mit einer solchen Investition noch ganz anders kalkulieren. Da ich aber schon eine ganze Weile als Behandlerin tätig bin, sah die Rechnung für mich etwas anders aus. Im Nachhinein betrachtet sind wir als Team aber so zufrieden und haben uns so gut eingespielt, dass ich einen solchen Schritt auch interessierten Kolleginnen oder Kollegen weiterempfehlen würde. Wenn es die Situation hergibt, sollte man einfach den Mut haben, sich zu verändern.

Frau Gärtner, vielen Dank für das Gespräch!

Bilder: Roland Borgmann

Text: Marium Urmann